
Lichtermeer
Geschrieben am 25.12.2025
Sag meinen Namen nicht laut, da tiefe Sanftmut sonst nach deiner Geborgenheit schaut. Im Erblicken deiner sehnsüchtigsten Gedanken ist dein Abbild in meinen schönsten Erinnerungen gefangen. Die Spuren der Gedankenfäden verstummen in Fragmenten der Zeit, während selbst die tiefste Sehnsucht nach deiner Wärme in Wehmut verweilt.
Vergiss mich nicht, spricht das vernebelte Gesicht im gedimmten weihnachtlichen Licht. Glanzlichter spiegelnder Schimmer am Weihnachtsmorgen vertreiben meine gedankenversunkenen Sorgen. Zwischen den flüsternden Lichtfunken des geschmückten Weihnachtsbaums liegt deine Nähe wie ein unerfüllbarer Traum. Jedes Leuchten funkelt wie ein unmöglicher Moment, den mein nicht ruhender Verstand mir selbst schenkt. Glitzerstaub rieselt am geschmückten Baum hinab, während der Ort meiner Gefühle alleinige Aufmerksamkeit für deine fehlende Nähe schafft. Mit verweilenden Blicken sehe ich das Lichtermeer an, noch ungewiss, welcher der ungeträumten Lichtergedanken die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit mehr gewann. Bronzeschimmernde Perlen verzieren ein fein zur Schleife gewebtes Band, dessen Schönheit im vielen Leuchten vollständig verschwand. Jeder Perlmuttschimmer verziert einen kaum geträumten Traum im sinnlich geschmückten Raum. Ein Teil von dir ist gewiss ein Teil von mir. Im Schleier des Nebels spürt starke Wehmut, dass ich nicht alleine bin, denn etwas sucht nach einem neuen Sinn. Ich bin niemals allein und doch werden meine tiefsten Empfindungen ein Leben lang einsam sein. Mich überflutet ein nicht lebbarer Traum, durch diese Worte bekommt er einen sonst unausgesprochenen inneren Raum.
Die Kälte trägt mich zum Fenster hin, um zu schauen, wo am Nachthimmel noch Sterne für uns zu finden sind. Ein dunkles Gewand bedeckt die große Welt, während meine Traurigkeit im Anblick hell leuchtender Sterne fällt. Hoffnung hat sich längst in verborgenen Winkeln dichter Gedanken versteckt und doch habe ich deine Nähe noch nicht entdeckt. Vergangen sind die einst so trübenden Gedanken meiner grauen Tage, weil ich weiß, dass ich etwas sehr Kostbares in mir trage. Vergänglichkeit bedeckt nicht nur nebelbedeckte Wälder in der Morgendämmerung, sondern gewiss auch die unvermeidliche Veränderung. Ein neuer Gedanke ist kein Verrat an unserer Verbundenheit, denn sie trägt das Neue in einer so unbestimmten Zeit. Das Unbekannte klopft gewiss irgendwann an die Tür an, mir ist noch nicht klar, ob ich es wirklich empfangen kann.
Die Schattenschleier scheinen geschmückt mit hoffnungsvollen Lichtern fragmentierter Zeit, die am Weihnachtstag in zwei Richtungen verzweigt. Es entsteht ein fragiles Firmament, das nur die ständige Veränderung wirklich kennt. Was wirklich bleibt, ist die jährliche besinnliche Weihnachtszeit.
Text © Deep-feeling / www.deep-feeling.de
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