
Perle vergänglicher Momente
Geschrieben am 26.07.2025
Vorwort:
Der Text “Perle vergänglicher Momente” handelt von Erinnerungen und der Vergänglichkeit von Momenten im Leben. Manchmal können schöne Erinnerungen im Schmerz zu traurigen Tränen werden. Jeder von uns kennt solche Erinnerungen. Wir sollten uns alle bewusst machen, dass man besonders schöne Momente als etwas Schönes und Kostbares in den eigenen Erinnerungen trägt. Der Text handelt aber auch von der Freude und der Verbindung zu diesen Momenten, die der gegenwärtige Gedanke daran auslösen kann. Er ist eine Aufforderung, den Fluss des Lebens als Fülle von Erfahrungen zu begreifen. Allerdings können Gefühle während Erinnerungen eine innere Zerrissenheit auslösen, die eine solche Sichtweise in schwierigen Momenten erschwert. Doch auch solche Momente vergehen, kein Augenblick kann für ewig bestehen.
Perle vergänglicher Momente:
Wehmütig führen zaghaft voranschreitende Füße eine nachdenkliche Frau den Weg zur Brücke der Erinnerungen entlang. Ihre tiefen Wünsche schwingen mit der Realität der Vergänglichkeit bisher nicht im Einklang. Zerrissenheit zwischen der Sehnsucht nach lebendigen Erinnerungen und dem Wunsch nach Vergessen wechselt sich ab. Unsichtbar bleibt eine verletzte Seele, die den Schmerz bislang nicht komplett vergessen hat. Die Stärke der Vergänglichkeit eines jeden Moments wird durch den hilflosen Versuch des vermeintlich notwendigen Festhaltens verschenkt. Ein Teil von ihr kann weiterhin nicht verstehen, nur dank vieler Erinnerungen kann sie den Weg genauso weitergehen. Gedanken drängen aus unbewussten Schichten in den nicht komplett wahrhaftig wachen Verstand, ein tiefes Gefühl hat noch immer die Oberhand.
Ein zutiefst ehrlicher Wunsch, einst schöne Momente erneut zu spüren, führt sie immer weiter den Weg zur Brücke der Erinnerungen entlang. Es ist die Gewissheit ihrer Existenz, durch die sie ihr Lächeln wiederfand. Selbst eine Erinnerung, ist sie auch schon vergangen, können wir in unseren Erinnerungen einfangen. Mit jedem weiteren Fragment besonders schöner Erinnerungen spürt sie, wie der Schmerz ein wenig mehr verschwindet und sie zu sich selbst zurückfindet. Sie möchte tiefer in die Erinnerungen eintauchen, doch gerät bei dem Gedanken daran manchmal emotional stark ins Straucheln. Es ist diese Zerrissenheit, Wehmut des Vermissens zu spüren und zugleich Freude und Dankbarkeit zu berühren, die zu innerem Ungleichgewicht vieler Emotionen führt. Vergangenheit ist bereits vergangen, Gegenwart ist ein Moment, der gerade wahrhaftig lebendig ist. Es scheint uns so gewiss, dass beides nicht dasselbe ist. Trotz all der Gewissheit führt der Pfad vergangener Momente zu dem, was wir heute als Realität verstehen und in unseren Gedanken und Emotionen wiedersehen. Erlebtes formt unser Verständnis für die Welt, selbst dann, wenn uns die Erinnerung daran nicht gefällt.
Die Brücke führt in der Ferne über einen mit funkelndem Wasser gefüllten Fluss. Der Anblick des fließenden Gewässers ist ein wahrer Genuss. Glitzernde Effekte schmücken reines, klares Wasser, die Besonderheit dieses Flusses ist keine Metapher. Die reine Schönheit eines traumhaft wirkenden Ortes zieht sie an. Ihre Füße schreiten neugierig weiter voran, bis sie nach vielen weiteren Schritten die Brücke der Erinnerung erreichen kann. Sie spürt, der Fluss trägt etwas Besonderes in sich, damit die bereits vergangenen Erinnerungen niemand mehr vergisst. Aufmerksam betrachtet sie das Wasser ganz genau, auf umliegenden Grashalmen sammelt sich immer noch der Morgentau. Dieses Glitzern ist nicht nur ein Funkeln, der Gedanke an all die vergangenen Momente bringt sie zum Schmunzeln. Der vergangene Augenblick ist im Fluss des Wassers versunken und dennoch mit der eigenen, verbundenen Tiefe der Gefühle weiterhin verbunden. Die Echtheit eines Moments, der wahrhaftig geschah, ist soeben für sie wieder vollkommen greifbar. Es gibt etwas, das bleibt, während die Zeit unaufhaltsam weiter verstreicht.
Im Anblick des Glänzens erkennt sie einen vergessenen schönen Augenblick. Dessen Gefühle hat sie lange Zeit hartnäckig vor ihrem Bewusstsein versteckt. Als sie plötzlich daran denkt, hat sie die Bestimmung des Gewässers erkannt, weil sie in ihren Gedanken einen dieser glitzernden vergessenen Augenblicke fand. Jedes Leuchten spiegelt eine Erinnerung an vergangene Zeit, die in diesem reinen Wasser lebendig, unauslöschbar vorhanden bleibt. Ihre Augen verfolgen den Fluss, bis etwas Glänzendes schemenhaft ihre Wahrnehmung gefesselt hat. Ein Nebelschleier verdeckt die Sicht, doch mit der tiefer werdenden Verbindung zum Vergangenen, inneren Spiegelbild im glitzernden Wasser lichtet er sich. Sie erkennt, dass im Fluss eine große Perle all die schönen Erinnerungen einfängt, während sie die eigenen Erinnerungen noch immer ein wenig verdrängt. Sie hat Angst vor einem bevorstehenden Moment, weil sie die Erinnerungen an die Geschehnisse dann nicht mehr verdrängt.
Vergeblich versucht die Unzulänglichkeit des vielfältig vorhandenen Glücks, einen besonders kostbaren Augenblick zu ergreifen, während die Blicke nicht weiter umherschweifen. Wenn die Dankbarkeit aus den Lippen von Menschen spricht, spürt die Perle der vergänglichen Momente, wie besonders und einzigartig diese erlebte Zeit ist. Die Zuversicht versucht, durch die Veränderungen zu gleiten, doch umklammernde Angst möchte trotz Freude nicht weiter in die Zukunft voranschreiten. Nicht greifbar, nichts ahnend, lauscht sie der Flüchtigkeit des schönen Moments, bis sie im nächsten Wimpernschlag einen ebenso besonderen Augenblick erkennt. Schöne Momente, die im Klang der eigenen Realität erklingen und dennoch in der Vergangenheit eines einst wahrhaftigen Augenblicks geteilt mit einem anderen Menschen schwingen. Während die kalte Hand der Vergangenheit nach ihrer Gegenwart greift, scheint es, als ob die Zeit des momentanen Daseins nicht weiter verstreicht. Leise flüstert die Erinnerung ihr Worte ins Ohr, weshalb die Erkenntnis der Vollkommenheit ihrer Gegenwart den Schrecken und die Angst vor der Vergangenheit verlor. Gefangen in vergangenen Zeiten, konnte sie lange die Gegenwart in sich selbst nicht als wertvoll begreifen, sondern wollte ohne Erinnerungen scheinbar unbeschwert voranschreiten. Der Fluss des Lebens führt nach vorn und nicht zurück, darum wende immer wieder deinen Blick. Vergangenes ist trotz fehlendem Gewahrsein in gegenwärtigen Momenten nicht verschwunden, sondern hat die Hürde der Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart in uns selbst überwunden. Auch wenn etwas nicht mehr greifbar scheint, beeinflusst es, welcher Gedanke in uns weiterwachsen und gedeihen.
Diese einzigartige Perle bewirkt mit ihrem wunderschön strahlenden Licht, dass man einen kostbaren Moment nicht komplett vergisst. Es ist jeder besondere und zugleich vergangene Moment, der dieser Perle eine neue, glänzende Perlmuttschicht schenkt. Ruhend liegt sie da, während sie an Ort und Stelle mit jeder weiteren Schicht neue kostbare, verstreichende Minuten sah. Bestehend aus all den einzigartig glitzernden Spuren vergangener Erinnerungen verändert die Perle sich. Schicht für Schicht, auch dann, wenn die Veränderung mit dem bloßen Auge nicht sichtbar ist.
