
Perlmuttfluss
Geschrieben am 04.04.2026
Der Fluss aus fließendem Perlmutt zieht durch das weite Land und schimmert in lebendig leuchtendem Farbentanz. Eine Frau scheint gefesselt von der reinen Schönheit vom Wasserglanz, als sie den Uferrand im flüchtigen Moment fand. Verzückt vom funkelnden Perlmuttglanz verweilt sie im Moment, der ihr tiefe Verbundenheit mit der Zufriedenheit schenkt. Sie kann nicht aufhören, die Schönheit des Wassers anzusehen, da im Sonnenlicht immer weitere Schimmerreflexe entstehen. Das schmale Stoffband gleitet wie flüssiges Gold über die sonnenwarme Haut, während ihr die sinnliche Berührung des Gleitens die letzte Zurückhaltung raubt. Im wallenden Gedankenrausch schwebt die Seide entlang, dabei hält der stockende Atem den erhöhenden Herzschlag gefangen.
Sie kann der verführerischen Leichtigkeit im schwebenden Moment widerstehen, bis hauchzarte Wohlgefühle zu ihren unbedeckten Schultern wehen. Die Wange streift die Sinnlichkeit des samtig-weichen Blütenduftes, der an ihren Sinnen vorbeistreicht und sofort wieder davonschleicht. Leicht wärmende Sommerluft begleitet den belebend erfrischenden Morgenduft, bis auch das letzte Kleidungsstück über ihren schmalen Oberkörper huscht. Die rosigen Knospen der Weiblichkeit berühren den Sommerhauch und zeichnen ein Muster genussvoller Geborgenheit, die sich in winzigen Windungen der Erregbarkeit am Körper zeigt. Ihre Lippen lächeln leicht, als der Stoff über ihre weiblichen Rundungen streift. Nur ein schmales Kleidungsstück bedeckt ihre Kurven entlang der Taillenwindung und küsst den Wunsch nach dem Dahingleiten im Fluss der reinsten Empfindung. Unter dem kurzen Höschen ruht ein unscheinbarer Leberfleck, der sich stillschweigend unter dem hauchdünnen Spitzenstoff versteckt und in seiner Zartheit kaum Interesse weckt.
Ihre Blicke schwelgen hinfort zusammen mit der schimmernden Wasserschicht, die in glänzenden Farben Sonnenlicht bricht. Ihre Füße bewegen sich leicht, während ihr nächster Schritt über das hohe Gras schleicht und einen langen Grashalm kitzelnd streift. Gebannte Wünsche schreiten dem langsam fließenden Fluss entgegen. Es wächst der Wunsch, das Wasser mit ihrer zarten Haut zu umspülen, um die Leichtigkeit im Genuss der wirbelnden Wasserwellen zu spüren. Kleine Mimikfältchen zieren ihr lächelndes Gesicht, da sich die letzte Zurückhaltung mit schwellender Leidenschaft beim Gedanken an die sanften Wasserberührungen vermischt. Ihre Füße bewegen sich zur Wasserschicht, während zarte Finger unter den verbliebenen Stoff streichen und ihn gleitend über die Haut hinwegstreifen. Die Haut pulsiert in leichten Wellen an hochempfindlichen Körperstellen. Was sie noch bedeckt, streichelt wie eine Liebkosung die Haut entlang und schimmert wie ein gewebter Traum. Den Stoff sieht man im Lichtglanz der Sonnenstrahlen kaum, dabei bedeckt er die Hüfte wie unscheinbarer Tau, der durchblicken lässt und die Haut langsam fließend verlässt. Durch seine Fäden scheint der Schatten hin zum Licht, denn die Zärtlichkeit fürchtet die sanfte Berührung nicht. Der Fluss muss gefüllt mit wertvollem Wasser sein, denn die Wassertropfen funkeln im brillant schimmernden Perlmuttschein.
Taugetränkte Grasspitzen berühren kaum spürbar ihre schwelgenden Schritte, während kühle Wasserperlen über ihren unbedeckten Fuß gleiten und stilles Hauchen in schwingenden Wogen der Bewegung verweilen. Es scheint, als könne die Zeit dem kostbaren Moment nicht vorauseilen. So wird sich der Genuss im Tanz der Leichtigkeit über die Wiese verteilen. Das Gras atmet im Einklang mit ihren schwerelosen Schritten, als sie wie Luftwogen aus Leichtigkeit über die Wiese glitten, während ihre Augen über die Weiten der Landschaft blickten. Der Fluss flüstert im stummen Murmeln der Wellen ihren Namen, als könne er die Anziehung seiner eigenen Schönheit im Sonnenlicht erahnen. Ihre Füße wandern über den Kältemantel der tropfenreichen Erdschicht. Im wärmenden Sonnenlicht durchdringt die Kälte ihre zarte Haut nicht. Die innere Kraft widersteht dem eisigen Pfad, obgleich eine Kältewelle ihr unbedecktes Bein umschlungen hat. Mit jedem Schritt berührt die lehmige Erde ihre verletzliche Haut, während sie am fast wolkenlosen Himmel ihrer inneren Stimme noch vertraut. Umringt von Grün kann gelebte Sinnlichkeit in Vollendung erblühen, ohne die gefrierenden Eisschichten im warmen Körper selbst zu spüren. Wahre Sinnlichkeit keimt in einem unverhofften Moment, den der Zufall bewusst schenkt. Schwelgend in ihren verwobenen Sinnen bemerkt sie den Rand der Wasserschicht nicht, dann spiegelt sich darin ihr entsetztes Gesicht. Barfuß umspült die Reinheit des ersten Tropfens ihren Fuß, als er ins Wasser einbricht, sodass ihr Körper erschrocken nach hinten wich. Sie fragt sich: "Ist die Berührung mein Glück”. Im Zweifel gefangen geht sie dennoch ein weiteres Stück.
Der Fluss ist nicht reiner als jedes andere Spiegelbild und zugleich ungezügelt wild. Sein Perlmuttschimmer glänzt wie ein verwaschener Traum im kaum greifbaren Sinnesraum. Sie berührt ihn und glaubt es doch kaum, so fern wirkt das gerade ergriffene Vertrauen. Samtweich streichelt das Wasser ihr beruhigendes Gemüt, als ob in der Fülle etwas Neues erblüht. Blütenreich und weich ist ihr Herz, trotz all dem vergangenen Schmerz. Die Zeit kann selbst im brillantklaren Fluss nicht vollständig heilen, sondern scheint als Fragmente der Erinnerung zu verweilen. Das ruhende Gemüt hat neue Freude gespürt, da sie im stillen Moment etwas Unbezahlbares tief erfüllt. Als im Wasserkuss die Unaufmerksamkeit einer losgelösten Sinnlichkeit weicht, entfacht der Lebensmut neue Kraft. Aus der Furcht, hinzufallen, keimt ein heller Hoffnungsschimmer, flüchtig, schwebend leicht, als könne er fliegen und im kurzen Atem des Moments jede Angst besiegen. Glanzwellen flackern im glitzernden Sonnenlicht, doch das grüne Ufer glänzt selbst im Lichtschein nicht.
Im Angesicht der nicht ruhenden Strömung vermag ihre Besonnenheit mit dem Wasser davonzufließen, sogar ihr Gemüt kann bei schönstem Wetter die umschmeichelnde Nässe der perlmuttfarbenen Strömungen genießen. Immer tiefer taucht ihr nackter Körper in die Windungen der Farben, sodass mit jeder Bewegung ein neues Muster auf der farbenbedeckten Wasseroberfläche verschwimmt. Die zarte Wasserhaut erscheint wie ein verwaschener Farbentraum, ihre Hände berühren die Tiefen des Flusses beim Durchgleiten kaum. Ihre Behutsamkeit schenkt den Himmelsfarben auf spiegelndem Grund ein unvergessenes Abbild, das die Weite der Endlosigkeit im zerbrechlichen Lichtfunken festhält. Das filigrane Geflecht aus zögerlichen Bewegungen wird von der flüchtigen Perlmuttspur gemalt, während bei leisen Regungen ihre hingebungsvolle Taillienwindung in immer neuen Farben erstrahlt. Unvergänglich schön schwebt der Tanz zugleich mit der vergänglichen Ewigkeit, die im Abendlicht wieder verstreicht.
Text © Deep-feeling / www.deep-feeling.de
Alle Rechte vorbehalten !
