
Raunende Geigenfeder
Geschrieben am 22.03.2026
Meine Füße stehen im ruhenden Wind und spüren, wie anschmiegsam die sanften Böen sind. Die Stille trägt mich fort, an einen mir so vertrauten Ort. Mein Herz, du suchst nach mir, und zugleich bist du hier bei mir. Berühre mich im zart umschmeichelnden Wind, der wie eine Liebkosung über den unbedeckten Nacken rinnt, während wir voneinander getrennt sind. Spüre mich, wo meine tiefsten Sehnsüchte zu Hause verweilen, obwohl die Gedanken längst zu dir eilen. Verwehe in mir, umgarnt von meiner stürmischen Zärtlichkeit, sodass die Wangen verlegen erröten. Senke dich dabei in meine verborgenen Träume, die dir allein gehören.
Höre mich als leises Rauschen der Blätter, getragen vom zaghaften Windhauch, der dir wie ein Flüstern ‚Ich liebe dich‘ zuhaucht. Während ein Baum an erwärmenden Tagen dem Ergrünen entgegenringt, entfachen die Windungen der Lüfte Vertrautheit, die zwischen uns gedeiht. Berühre mich in der zeitlosen Schönheit verwehender Blüten, die im Herbst vergehen und im Frühling in voller Pracht erneut erblühen. Worte fließen durch mein unruhiges Hasten, während sehnsuchtsvolle Gedanken sich über die Weiten der Natur vorantasten. Meine Beine fühlen, wie der Wind in angenehm sinnlichen Bögen kurz verweilt, obwohl die Sinnlichkeit meiner Gefühlsknospen suchend zu dir eilt. „Sag mir, Wind, wo wehst du hin?" Nimm mich mit an einen Ort, an dem wir zu finden sind.“ Doch der Körper verweilt am selben Ort. Nur in meinen Gedanken gleite ich hinfort.
Spreche mit mir in leisen Tönen sinnlicher Melodien, die in rhythmischer Neugier die Lebendigkeit zaghaft berühren, ohne zu wissen, wohin sie uns führen. Noten gleiten in fliegenden Vogelliedern an meinem ruhenden Geist vorbei, während jeder Ton im Hall der Vergänglichkeit irgendwann verstreicht. Wie fallende Herbstblätter schweben sie davon und hinterlassen einen nachhallenden Unterton. Ach, könnten unsere Hände doch nur Arm in Arm zusammen durch die Veränderung streifen und gemeinsam mit der Sehnsucht fortschweifen. Nur meine Gedanken mit dir durch den Raum der Möglichkeiten wandern, während die Noten um unsere tiefe Verbundenheit schweben, bevor wir uns in ungeahnten Höhen neu erleben. Eine leise Stimme fragt: “Können wir uns neu begegnen?”
Die sehnsuchtsvollen Wünsche verwandeln sich in große Flüge, die sich schwungvoll in die Lüfte erheben und gemeinsam mit den Liedern der Natur die Landschaft durchweben. Jede hauchzarte Feder spürt die kalte Verwehung der Unbeständigkeit, während ein Schwung in größtmöglicher Höhe die Freiheit des Fliegens erreicht. Sehnsucht umgarnt den schwebend schwingenden Wind, bis sie nach endlosen Bögen mit aufbäumenden Flügeln eines Vogels verschmolzen sind. Flugschwünge durchstreifen erhaben die hoch oben schwelgenden Luftadern, die den prachtvollen Vogel durch die Lüfte tragen. Glänzende Federn könnten sich in den Weiten des Himmels verlieren oder gar in der fernen Himmelsrichtung verirren. Ein filigranes Geflecht aus zarten Flügelfedern wirbelt der Freiheit verschmelzender Töne entgegen. Federschwünge und Melodien taumeln im Einklang der Leichtigkeit, während die Natur an ihnen vorbeistreicht und zugleich die Sehnsucht wie ein endloser Atem der Luft bei ihnen verweilt.
Die gleitenden Flügel lassen sich von den fließenden Himmelsbahnen durch die Luft tragen, während sie fast schwebend die endlose Weite des Horizonts im Wechsel von Ruhe und ungestümem Tanz erfahren. Ziehende Atemzüge der Erde können die höchsten Himmelsschichten durchqueren, ohne die unsichtbaren Luftflüsse des Himmels zu beschweren. Der Vogel schwingt elegant durch die vor Kälte erstarrte Luftschicht und ist sich seines Zieles nicht gewiss. Schwung um Schwung kreisen kunstvolle Tonwindungen durch die windumwehten Weiten und ziehen bogenförmige Himmelsschleifen. Die ungestüme Reinheit der endlosen Weite entgeht seinem bewussten Begreifen, obwohl seine Augen über den sichtbaren Horizont streifen. Seine Federn seufzen wie Geigensaiten, getragen vom Himmelshauch, sodass selbst der Sturm der flüsternden Melodie nicht die sinnliche Schönheit raubt. Die Flügel schlagen erhaben, während sie ihn hoch oben über die Erdschicht hinwegtragen. Große Häuser wirken von oben winzig klein, unberührte Luft kann klar, fast unsichtbar und zugleich tragfähig sein. Baum für Baum zieht unten am Boden vorbei. Sie ergrünen selbst bei trüben Regentagen, ohne die Wiederkehr der Sonne zu hinterfragen. Der nahe Wald wirkt am Boden undurchdringlich und dicht, doch von hier oben verschwimmen nebelbedeckte Baumkronen in der weiten Sicht.
Eine Feder löst sich unbeschwert leicht, während sie vom Vogel wegschweift. In weichen Bögen schwelgt sie über tobende Himmelswinde, während ein unsichtbarer Bogenstrich an seinem kristallklaren Klang bricht. Die Melodie schwingt, indem mit jeder weiteren Bewegung ein neuer Ton erklingt. Sinnlich gleitet sie dem Raunen sehnsuchtsvoller Klänge folgend und zugleich schweben leicht, während der Klang einer Geige dem Schatten der Stille weicht. Windverweht tragen Himmelsbahnen sie im Sturm umher, doch das Erklingen einer sinnlichen Melodie fällt ihr dabei nicht schwer. Ein schwelgender Klang lässt die zarten Federhaare leise erzittern. Wie zärtliche Geigenmusik scheint die verwelkte Blüte der Liebe nach dem Hauch vom Leben zu bitten. Helle, erwärmende Klangwellen überschreiten die ergrauten Klangschwellen. Glänzende Tonfunken klirren im klaren Klang tiefer Töne, die sich wie ein Schatten über die Landschaft legen, während sie vom Schmerz der Einsamkeit erzählen. Jeder Ton verweilt im Nachhall vom kaum begrenzten Raum. Dabei wirkt der Wunsch nach verweilender Zweisamkeit wie ein nie endender Traum. Während hell schimmernde Tonakzente die düster schwingende Melodie durchqueren, kann die zarte Feder sanft im gleitenden Himmelsbett liegen und wehend fortfliegen. Elegantes Atmen hauchender Luft verweilt im ruhenden Wunsch nach Nähe, während ich deine Wärme im Streichen der Melodie beim sanften Niederschweben der zerbrechlich feinen Feder sehe. Im leisen Vibrieren ziehender Bögen wirkt die Weite der Landschaft unendlich leicht, sodass selbst der melancholische Klang einer besinnlichen Tonlage weicht.
Die Zeit scheint im unsichtbaren Tanz fast stillzustehen, während die Feder dem Boden entgegenfliegt und der prachtvolle Vogel immer weitere Kreise am Himmel zieht. Die Feder sinkt weiter, wiegt kaum mehr als ein Hauch und trägt zugleich den kaum wahrnehmbaren Abtrieb, den sie zum Sinken braucht. Böe um Böe tragen sie lebendige Wünsche leise davon, doch im leisen Raunen hallt ein hoffnungsvoller Unterton. Windwindungen werden im unbegrenzten Raum seufzend stumm, so still, dass selbst eine Böe die schwebend leichte Feder nicht mehr tragen will. Im träumerischen Höhenverlust fragt eine leise Stimme: „Wohin wird mich dieser Flug wohl führen? Werde ich dich weiterhin spüren?“. Der letzte Ton verstummt, während die Feder dem Boden ganz nah entgegen sinkt und zugleich ein glänzendes Licht auf der spiegelnden Wasseroberfläche erglimmt. Sonnenstrahlen erwärmen eine unruhige Wasseroberfläche, die einen langen Fluss wie einen gemusterten Schmuck verziert. Seine Länge reicht bis über den Horizont hinaus, der Wasserfluss hört am Horizont jedoch nicht einfach auf. In einem zaghaften Tanz gleitet die Feder auf das im Sonnenlicht spiegelnde Wasser nieder und findet sich schließlich auf der schimmernden Wasseroberfläche wieder.
Text © Deep-feeling / www.deep-feeling.de
Alle Rechte vorbehalten !
